Bewusstsein für die Übergänge der Seele am Anfang und Ende des Lebens

Geburt und Tod sind die beiden Eckpfeiler im Leben eines jeden Menschen. Früher waren Hebammen als Seelenführerinnen geschätzt, die eine Seele sicher in die Welt hinein begleiteten und auch wieder sicher hinaus. In der Tradition der weisen Frauen von einst, wird hier das alte segensreiche Wissen um kraftvolle Geburten und gnadenvolle Sterbeprozesse wieder neu belebt und allen, die sich bewusste auf die Übergänge der Seele vorbereiten wollen, sei es auf die Geburt oder den Tod, unabhängig davon, ob es sich um den eigenen Tod oder die Begleitung eines lieben Menschen handelt, zugänglich gemacht.

 

Je früher wir beginnen, uns mit den tieferen Zusammenhängen zu befassen und der Seele, an den Eckpunkten des Lebens wieder Raum zu geben, desto selbst-bewusster und freier können wir mit diesen einzigartigen Momenten im Leben eines jeden Menschen umgehen und das Wunder des Lebens, das auch im Tod offenbar wird, sehen und als Erkenntnisgewinn auch für das weitere Leben heilsam erfahren.

 

Noch wird unser Bewusstsein und Verhalten von Angst regiert und verursacht in weiterer Folge die Schmerzen, den wir alle fürchten. Ein bewusst erlebter Geburts- oder Sterbeprozess ist alles andere als schmerzhaft oder traumatisch. Er ist geprägt von Frieden, Liebe, Hingabe und ein zutiefst würdevolles Erlebnis. Der aus Angst verstellte Blick auf die Übergänge und Tore des Lebens, durch die eine Seele in die Welt kommt und die Welt wieder verlässt, nimmt uns auch die Chance auf diese einzigartige Lebens-Erfahrung und ein angstfreies und mit Freude und Liebe zum Leben erfülltes Dasein.

Durch die Verdrängung des Geburts- sowie des Sterbeprozesses aus der Mitte der Familien an vom Rest des Lebens getrennte Orte, haben wir mehr und mehr den natürlichen Umgang mit beiden Prozessen verloren. Stirbt das Wissen um die Begleitung und Unterstützung natürlicher Geburten gerade aus – nur noch 7 Prozent der Geburten, so ist das Wissen um einen natürlichen Sterbeprozess bereits fast ganz verloren gegangen. Am Ende des Lebens will überhaupt keiner mehr hinschauen. Unwissenheit, Angst, Vermeidung, administrative Zwänge verhindern so den segensreichen Abschluss eines langen Lebens.

 

Die Erfahrung, dass gebären wie sterben – gut begleitet und bewusst vorbereitet – in Leichtigkeit, Liebe und Würde verlaufen kann, ist für mich der Antrieb, dieses alte Wissen, um die förderlichen Zusammenhänge allen, die spüren, dass es es mehr als die medizinisch-technische Sicht auf die Vorgänge gibt, weiterzugeben. In der Essenz geht es um die Erinnerung der Seele und die Bereitschaft zu einem uneingeschränkten Ja zum Leben, welches das Ja zum Tod einschließt.

2 Gedanken zu „Bewusstsein für die Übergänge der Seele am Anfang und Ende des Lebens

  • Februar 7, 2017 um 9:07 am
    Permalink

    Liebe Kristina, ich hörte gerade deinen Beitrag bei der Gaia-Konferenz und er hat mich sehr berürt. Du sprichst mir aus dem Herzen – Danke. Auch ich beschäftige mich tiefgehend mit dem Thema Geburt und Sterben, seit ich meine Tochter im 8. Monat tot gebähren durfte. Hier war das Sterben ja vor der Geburt, also eine ganz besondere Begebenheit. Und nun beschäftigt mich nach dem heute gehörtem etwas, worum ich dich um deine Sichtweise bitten möchte. Ich verstehe aus deinen Worten, dass die Geburt auch der Übertritt der Seele ist, doch ist die Seele doch schon viel früher da. Zumindest konnte ich das in der Schwangerschaft mit meiner Tochter intensiv erfahren.
    Herzlichst Judith Anna

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

In Kontakt über E-Mail30
Facebook
YouTube18

Coaching und Seminarangebote für ein seelenvolles Leben